Unsere Nymphis

Bubi (1975 - gest. 7. Oktober 1981)
Bubi ist Marions erster Nymphensittich, den sie 1975 von ihrer Schwester Petra übernimmt. Entgegen des Namens ist es ein Weibchen. Leider nehmen wir keinen zweiten Nymphi dazu, wir haben damals noch nicht das Bewusstsein, daß ein Vogel niemals alleine gehalten werden darf. Bubi widmet sich wohl auch deswegen unserem Kaninchen Klopfer, vor dem sie keine Angst hat.
Tini und Alex (November 1981)
Tini und Alex sind beides Männchen. Die Bestimmung des Geschlechts liegt damals oft daneben. Wir holen die beiden aus der damaligen Zoohandlung im Neu-Isenburg Zentrum. Tini ist der dominierende Hahn. Er fühlt sich so stark, daß er sich sogar vor dem Kaninchen Klopfer aufbaut und ihm in die Nase pickt. Was diesen aber nicht sonderlich beeindruckt.
Alex (gest. August 1982)
Im Sommer 1982 entfliegt uns Alex. Ich habe frühabends leider die Balkonschiebetür einen Spalt offen gelassen. Alex entfliegt zu einem nebenstehenden Hochhaus. Wir bekommen ihn zwar wieder zurück, aber letztlich überlebt er die Nacht im Regen nicht. Eine Woche später stirbt er.
Flori (1982 - gest. August 1983)
Als Partnerin für Tini holen wir Flori aus der Neu-Isenburger Zoohandlung. Flori ist ein weisses Nymphensittich-Weibchen. Tini und Flori machen im Oktober 1982 den Umzug nach Maintal mit. Die wohl überzüchtete Flori stirbt schon im Sommer 1983, nur ein Jahr, nachdem wir sie geholt haben.
Baby (August 1983)
Wir holen das Nymphensittich-Weibchen Baby aus dem Zoohaus Alms im Hessencenter. Als Marion sie dort Samstag Mittags sieht und sich sofort in sie verliebt, können wir sie nicht mitnehmen, denn wir haben nicht genug Geld dabei. Wir eilen zurück nach Hause, um Geld zu holen. Dies in der Angst, daß inzwischen jemand das süße Nymphi-Weibchen nehmen könnte... Tini pisackt Baby leider des öfteren, so daß wir energisch einschreiten müssen. Es ist kein harmonisches Pärchen. Zudem ist Tini ein nerviger Schreihals, der seinen Unmut oft kundtut. Baby landet einmal nach einem verunglückten Flug in der Küche in der Ritze hinter einem Oberschrank. Mithilfe eines Lineals retten wir sie unverletzt aus ihrem Verlies...
Tini (gest. 28. Dezember 2002)
Im Oktober 2002 erleidet Tini einen Schlaganfall. Als wir heimkommen liegt er auf dem Boden. Wir haben Angst, daß er sich den Flügel gebrochen hat. Mit einem Katzenkäfig transportieren wir ihn zur Tierärztin Frau Dr. Hagen nach Auerbach. Er wird geröntgt – der Flügel ist Gott sei Dank nicht gebrochen! Tini lebt noch bis kurz vor der Jahreswende. Zuvor verwöhnen wir die beiden Oldies Tini und Baby oft mit Rotlicht, welches sie sichtlich geniessen. Sie haben keinen großen Radius mehr, krabbeln nur noch auf den Oberteil des Käfigs hoch, wo sie dann stundenlang sitzen.
Baby (gest. 22. Oktober 2003)
Baby überlebt Tini um zehn Monate. Sie liebt es bis zuletzt, in eine warme Wolldecke eingehüllt zu sein. Und hat keine Scheu und Angst mehr davor, in die Hand genommen zu werden, denn auch die Hand ist angenehm warm.
2004
Im Jahr 2004 haben wir keine Nymphis.
Svenja und Rico (Januar 2005)
Nach einer Recherche im Internet stosse ich auf Svenja und Rico, einem Nymphi-Pärchen aus der Nähe von Heidelberg, die ins Tierheim Heidelberg gebracht werden sollen. Ein jüngeres Ehepaar muss sich von ihnen trennen. Sie bringen die beiden im Januar 2005 bei uns vorbei: Ein tränenreicher Abschied...! Beide Nymphis sind im Jahr 2000 auf die Welt gekommen, "Millenium-Nymphis". Svenja ist dominierend! Vorher hat sie allen Hähnen, mit denen sie zusammen kam, Federn aus der Haube gerissen. Bei Rico wendet sie diese sehr schmerzhafte Prozedur aber nur einmal an.
Svenja (gest. 31. März 2009)
Nach einem Odenwald-Ausflug nach Erbach, finden wir Svenja nachmittags zu Hause tot im Flur liegen.
Maya (April 2009 - August 2009)
Maya holen wir aus dem Odenwälder Tierheim "Tiere in Not" in Reichelsheim. Die wunderschöne Maya ist abgeklärt, sie hält uns aber auf Distanz. Rico ist öfters böse zu ihr. Schon nach vier Monaten finden wir Maya morgens im Schlafzimmer tot im Sand des Käfigs liegen.
Ronja (September 2009)
Nach vielem Suchen in der Region holen wir die 2008 geborene Ronja aus dem Zoohaus Kaiser in Bobstadt. Rico ist sofort fasziniert von ihr, hat "Sternchen in den Augem". Ronja ist die große Liebe Ricos. Wir erleben zum ersten Mal ein harmonisches Nymphensittich-Pärchen.
Jogi (5. Februar 2011)
Jogi kommt für uns völlig überraschend auf die Welt. Bis dahin hatten die Weibchen - wenn überhaupt - immer auf tauben Eiern gebrütet. Dies ist auch diesmal unsere Annahme. Ronja und Rico halten ihren Sprössling vor uns sozusagen"geheim". Auch Rico sitzt öfters brütend auf dem Ei. Jogi ist schon bald sehr verspielt, und zeigt keinerlei Scheu vor unseren Händen. Auf Dauer entwickelt sich eine Rivalität zu seinem Vater Rico, mit dem er um Ronja buhlt, die ihn aber links liegen lässt. Es gibt rührende Szenen, wenn Rico und Ronja sich paaren, Jogi hautnah dabei ist, und unter Ronjas Flügel schlüpfen will...
Nikki (Mai 2014)
Die 2009 geborene Nikki haben wir als Partnerin für Jogi von der Kellerranch Weiterstadt geholt. Zuvor gab es hierzu schon mehrere Versuche: Jogi war in der Zoohandlung Kaiser einige Tage mit einem Weibchen zusammen. Dort geht alles gut. Aber kaum zurück bei uns, jagd er das Weibchen, wo immer er kann. Wir bringen es daraufhin zurück. Auch ein Weibchen von einem Züchter aus Hofheim bei Worms bringt keinen Erfolg. Es ist nur vermeintlich ein Weibchen, in Wirklichkeit ein Hahn, vor dem Jogi ausbüchst (Max). Genji, ein älteres Weibchen aus Frankfurt ist fast flugunfähig. Mit dieser paart sich Jogi einmal, sein erstes Mal. Genji wird aber so sehr untergebuttert, daß wir sie schweren Herzens zu ihrer Halterin zurückbringen.
Ronja (gest. 25. Mai 2017)
Ronja stirbt am Himmelfahrtstag 2017, nachdem sie zuvor Blutungen im Stuhl hatte. Sie frisst und putzt sich bis zuletzt. Bevor wir zum Tierarzt gehen können. liegt sie tot im Sand der Voliere. Rico bleibt länger neben ihr sitzen. Trotzdem kommen Rico, Jogi und Nikki schnell über ihren Tod hinweg. Nikki ist von da an jedoch noch isolierter. Ronja war immer der dominierende Mittelpunkt des kleinen Schwarms gewesen. Alle suchten ihre Nähe. Jogi sah später in seiner Mutter Ronja ein begehrenswertes Weibchen. Einige Zeit nach dem Tode Ronjas beginnt verblüffenderweise Rico um Jogi zu werben. Dieser ist zwar irritiert und hält Distanz, reagiert aber nicht aggressiv.
Nikki (gest. 7. Oktober 2019)
Nikki stirbt völlig überraschend. Eine Viertelstunde vorher ist sie noch putzmunter. Dann erleidet sie wohl einen Herzschlag und fällt von der Gardinenstange auf den Boden. Als wir sie 2014 von der Keller-Ranch holen (Dortige Aussage: "Unser Problem-Mädchen"), und zu Hause aus dem Transport-Karton lassen, erschrecken wir darüber, wie dünn sie ist. Die ersten Tage pickt sie nur die Körner vom Boden auf. Stück für Stück erarbeitet sie sich den Status, daß Rico und Jogi Respekt vor ihr haben. Aber sie mögen sie nicht sonderlich. Ronja dagegen schützte sie, Nikki durfte dicht neben ihr sitzen. Ab dem Herbst 2018 sind Jogi und Nikki öfters zusammen unterwegs, Nikki lässt sich von Jogis "Hang zum Spielen" anstecken. Sie mag Jogi mehr, als umgekehrt. Ganz selten kommt es zu Balzversuchen von Jogi, und noch seltener präsentiert sich Nikki "mit glattgezogener Haube" paarungsbereit vor Jogi. Wozu es aber nie kommt. Wenn Jogi mit Nikki unterwegs ist, beginnt Rico einen klagenden Singsang. Kurz darauf sitzt Jogi wieder neben ihm...
Rico (gest. 30. März 2020)
Im November bekommt Rico Probleme mit seinem rechten Fuss, den er wegspreizt. Zwei Wochen später bekommen wir nach Abnahme einer Gewebeprobe die Diagnose, daß Rico einen bösartigen Tumor hat. Die Tierärztin meint, daß er keine Entzündung habe, und das der Tumor nicht schmerze. Rico ist ein tapferer Kerl mit grossem Lebenswillen. Auch als er Ende Februar flugunfähig wird, gibt er nicht auf. Unsere Maxime ist, daß wir ihn erst dann einschläfern lassen werden, wenn er nicht mehr trinkt und frisst, und sich nicht mehr putzt. Der Tumor unter dem Körper ist inzwischen stark gewachsen. Am 30. März macht Rico einen ungewollten Hupfer und landet unsanft am Boden. Danach beginnt der Tumor leicht zu bluten. Als Marion das Blut wegtupfen will, schreit Rico auf. Eine Stunde später ist Rico durch die Tierärztin erlöst... Unser Wunsch, daß er sanft einschlafen möge, ist leider nicht in Erfüllung gegangen.
Gini (20. April 2020 - 21. Juli 2020)
Nach dem Tod Ricos ist Jogi völlig ausser sich. Durch die Corona-Pandemie ist es jedoch unmöglich, schnell eine Partnerin zu finden. Wir rufen fast zwanzig Tierheim an, dazu die Kellerranch Weiterstadt, und den den Vogelpark Hassloch. Es ist aber nichts zu machen! Notgedrungen holen wir Jogis neue Partnerin von einer Züchterin. Leider wird uns verschwiegen, daß die vierjährige, zimtfarbene Henne krank ist. Der etwas malade Zustand des Vogels wird damit erklärt, daß Gini vor kurzem ihren Partner verloren hat, und noch in Trauer sei. Schon kurz darauf können wir uns nicht erklären, warum sie sich immer wieder nach vorne neigt und schüttelt. Wir messen dem nicht allzuviel Bedeutung zu. Denken, daß sie womöglich einen Schlaganfall hatte. Gini wird zunehmend wärmebedürftiger, sucht jeden Sonnenfleck im Zimmer. Als sich ihre Atmung verändert, gehen wir zur Tierärztin, die zunächst Milben als Ursache vermutet. Ihr eine Spritze gibt, und uns Antibiotika für eine Woche mitgibt. Kaum zwei Stunden später, spreizt Gini zuhause die Flügel und stirbt... Jogi mochte Gini von Anfang an innig. Sie war der sanfteste und liebste Nymphi, den wir jemals hatten. Leider viel zu kurz.
Maja (22. Juli 2020)
"Und ewig grüßt das Murmeltier..." Jogi ist wieder völlig ausser sich: schreit, und fliegt wie verrückt durch die Wohnung. Wieder rufen wir rundum bei den Tierheimen an, und wieder erhalten wir verneinende Antworten. Es ist keine Henne verfügbar. Wir fahren in unserer Not schon tags darauf in ein nahes Zoohaus, sehen dort vier Nymphis, davon eine Henne. Sie ist klein, am Hinterkopf kahl und wird von den anderen immer wieder weggescheucht. Wir nehmen sie mit. Dies unter der Voraussetzung, daß Jogi sich mit der Neuen versteht. Die zweijährige Henne ist klein und eingeschüchtert. Jogi nimmt sie wohlwollend auf, als spüre er ihre Schwäche. Er macht ihr manches vor, was sie nicht begreifen will, behandelt die Kleine wie einen Pflegling. Maja ignoriert Jogi dagegen weitgehend. Mit roter Kolbenhirse päppeln wir sie etwas auf. Als erster unserer Nymphis schafft sie es nicht, abends die Voli aufzusuchen. Wenn doch, dann nur mit viel Mühe durch die Seitenklappe. Die vordere Hauptklappe ist tabu, und wird nur zum Ausfliegen angenommen. So schläft sie meist ausserhalb, Jogi des öfteren auch. Letzterer wird von Tag zu Tag müder und geschaffter. Aber ohne eine schwache Lampe im Zimmer geht es nicht, denn voller Panik ist Maja einmal im Dunkeln umhergeflattert. Es scheint fast so, daß sie zuvor nicht in Innenhaltung gehalten wurde, sondern in einer Aussenvoliere. Statt besser, wird die Situation täglich schlechter. Schweren Herzens haben wir uns entschieden, sie abzugeben.